Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) in NRW: Eine wachsende Herausforderung
Die Asiatische Hornisse breitet sich in Nordrhein-Westfalen rasant aus. Während im Jahr 2023 in NRW erst 90 Kolonien dokumentiert wurden, stieg die Zahl 2024 bereits auf über 1.500 verifizierte Meldungen und knapp 500 nachgewiesene Nester. Besonders entlang von Flussläufen – wie am Niederrhein, an der niederländischen Grenze und im Bergischen Land – ist eine starke Ausbreitung zu beobachten.
Warum ist sie für unsere Bienen so gefährlich?
Die invasive Art fällt an den Bienenvölkern meist erst nach der Sommerhonigernte negativ auf. Im August, wenn die Bienenvölker naturgemäß etwas schwächer werden, herrscht in den Nestern der Asiatischen Hornisse Hochbetrieb. Die Arbeiterinnen benötigen in dieser Zeit massiv Insekten als Nahrung, um ihre Larven und die heranwachsenden Geschlechtstiere zu versorgen.
Dieser hohe Jagddruck im Spätsommer und Herbst hat einen fatalen Effekt: Die Honigbienen stellen aus Selbstschutz ihre Sammelflüge ein. Dadurch wird die lebenswichtige Vorbereitung auf den Winter massiv gestört, was als Folgeschaden zum Verlust des gesamten Bienenvolkes führen kann.
Wie erkennt man die Nester?
Die Asiatische Hornisse hat einen sehr langen Lebenszyklus von April bis Dezember und baut zwei Arten von Nestern, was die Suche anspruchsvoll macht:
- Primärnester: Diese werden im Frühjahr oft in Bodennähe, gut versteckt in Hecken oder Büschen angelegt.
- Sekundärnester: Später im Jahr zieht das Volk um. Diese Nester können bis zu einen Meter groß werden und hängen meist schwer erreichbar in 10 bis 12 Metern Höhe in Baumkronen.
Wichtig: Sie darf nicht mit der streng geschützten heimischen Europäischen Hornisse verwechselt werden!

Richtiges Verhalten: Melden statt selbst handeln
Eine vollständige Ausrottung der Art in NRW gilt mittlerweile als unwahrscheinlich. Das Ziel ist es nun, die weitere Ausbreitung zu verlangsamen und die heimischen Insekten zu schützen. Wenn Sie ein Nest oder eine verdächtige Hornisse entdecken, gilt:
- Ruhe bewahren: Die Gefahr für den Menschen ist bei normalem Abstand sehr gering. Vermeiden Sie hektische Bewegungen, um die Tiere nicht in den Angriffsmodus zu versetzen.
- Niemals selbst entfernen: Die Entfernung der oft hoch hängenden Nester ist gefährlich und erfordert spezielle Techniken (und Schutzausrüstung). Dies ist ausschließlich Aufgabe von Profis.
- Sichtung melden: Fotografieren Sie das Insekt oder das Nest aus sicherer Entfernung. Melden Sie den Fund unverzüglich an die Untere Naturschutzbehörde, das LANUV NRW (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz) oder an lokale Imker.
Nur durch ein aufmerksames Monitoring und die Mithilfe der Bevölkerung – gerade auch von Landwirten und Spaziergängern – können wir die Ausbreitung kontrollieren.
Aus dem Imkerverein Herscheid stehen folgende Imkerinnen und Imker als Ansprechpartner zur Verfügung.
| Ralf Klein-Übbing | Wespen & Hornissen Fachberater/in | |
| Christine Walter | Sachkundige Imkerin | |
| Heidi und Peter Schäfer | Ab August Wespen & Hornissen Fachberater/in | |
| Erik Klitich | Ab August Wespen & Hornissen Fachberater/in | |
| Jana Rüster | Wespen & Hornissen Fachberater/in | |
| Ursula Wietscher | Ab August & Wespen & Hornissen Fachberater/in |
